Das Romantik-Rhizom ist ein 18-teiliges
aus 6 Gedecken bestehendes Geschirrservice.
Beim Speisen kommt auf den Tellern nach und nach eine kontrapunktisch komponierte Text-Ornamentik
zum Vorschein. Sie besteht aus einem
vielfältigverzweigten, rhizomatischen
Geflecht von Themen und Fragen, die auf
jedem Teller verschieden sind. Ausgehend
von Betrachtungen des Künstlers
P.O. Runge werden sinnreiche Bezüge
zu den Themenkreisen „Geschmack“ und
„Romantik“ hergestellt.
Jeder Menu-Gang überrascht nicht nur mit
einem neuen Geschmackserlebnis, sondern liefert mit einem anderen thematischen
Leitmotiv auf den Tellern auch weiteren interessanten Gesprächsstoff.
Das Geschirrservice wird in einem eigens
dafür kreierten Gestell unter einer
transparenten Haube präsentiert, welches
auch zur dauerhaften Aufbewahrung
und zum Transport des
darin gestapelten Geschirrs dient.
Das Set ist ein Geschirr „System Plus“ von
der Porzellanmanufaktur KAHLA mit Unterglasur-Textornamentik
von Michael Lingner. Das Gestell ist als Gebrauchsmuster beim Deutschen Patent- und Markenamt München
eingetragen. (Träger: 2 formgefräste Schichtstoffplatten
schwarz durchgefärbt 6mm
Haube: Tiefgezogene Vivak-Polyesterplatte 3mm)
Die Maße des Gesamtobjekts sind 33 x 30cm.
Weitere Infos unter:
http://ask23.hfbk-hamburg.de/cgi-bin/wiki/wiki-ask23.pl?RomantikRhizom
MICHAEL LINGNER - Romantisches Platzteller-Set: TASTE&TALK-TOOL
MICHAEL LINGNER - Romantisches Platzteller-Set: TASTE&TALK-TOOL
15 Exemplare, auf Wunsch signiert, nummeriert und datiert (2011)
Das Taste&Talk-Tool besteht aus 4 tiefgezogenen lebensmittelechten Vivak-Polyesterplatten, die mit lösungsmittelfreien UV-gehärteten Spezialtinten bedruckt sind.
Die MDF-Grundplatte des Objekts ist 40 x 40 cm und 1.9.cm stark. Jedes der vier kreisförmigen Elemente hat einen Durchmesser von 28.5 cm und hängt frei an transparenten Plexiglasstäben von 10 mm Durchmesser.
Die Anordnung der vier übereinander geschichtet aufgehängten Platzteller ist abgeleitet von einer programmatischen Zeichnung des romantischen Malers P.O. Runge (1777-1810) die er „Erste Figur der Schöpfung“ genannt hat. Auf jedem der vier Elemente wird mit unterschiedlichen Zitaten Runges seine künstlerische Vorstellungswelt umrissen und durch sinnreiche Bezüge zu den anderen beiden Themenkreisen „Geschmack“ und „Romantik“ ebenso umspielt wie aktualisiert. Die Teller werden durch einen aus Runges Farbkugel ausgeschnittenen Ring wie eine Verzierung umrandet.
Wenn –wie technisch und konzeptionell- vorgesehen die vier kreisförmigen Scheiben abgehängt und zum Decken eines Tisches verwendet werden, verwandelt sich das zuvor abstrakte Bild in vier konkrete Platzteller. So wird das zunächst zweckfreie Kunstwerk gleichsam zu einem praktisch brauchbaren Beiwerk dekonstruiert. Es lässt sich aber durch Rekonstruktion jederzeit wieder in den Werkstatus zurück überführen. Diese Doppelgesichtigkeit erinnert an Runges geplante Verwendung der „Zeiten“ als Zimmerverzierung.